
KI-gestütztes Cockpit für das regionale Bevölkerungsschutz-Management
laufend | 03/2026 bis 02/2028
Wie können Kommunen und Behörden in Krisensituationen schneller und fundierter entscheiden? Wie lassen sich unterschiedliche Datenquellen zu einem klaren Lagebild zusammenführen? Und wie können wir mögliche Kaskadeneffekte in kritischen Infrastrukturen frühzeitig erkennen? Im Projekt RegioGuard-PRO geht es darum ein KI-gestütztes Cockpit zum Bevölkerungsschutz-Management für kommunale Akteure sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) bereitzustellen und unter Einsatzbedingungen zu erproben.
Verteilte Datenquellen im Krisenfall
Bei Starkregen, Waldbrand, Hitze oder einem großflächigen Stromausfall fehlt es meist nicht grundsätzlich an Daten. Diese liegen allerdings an vielen verschiedenen Stellen verstreut: Pegelstände beim Land, Netzinformationen beim Energieversorger, Straßensperrungen bei der Kommune, freie Einsatzfahrzeuge in der Leitstelle.
Kritisch wird es insbesondere dann, wenn mehrere Ereignisse zusammentreffen. Fällt der Strom aus und sperrt Hochwasser gleichzeitig die Zufahrt, steht ein Pflegeheim plötzlich im Dunkeln und ist für Rettungskräfte kaum noch erreichbar. Solche Kettenreaktionen bleiben leicht unbemerkt, solange jeder Akteur nur seinen eigenen Ausschnitt kennt.
Cockpit für den regionalen Bevölkerungsschutz
RegioGuard-PRO bringt diese Informationen in einer Plattform mit offenen Schnittstellen zusammen und bindet Echtzeitdaten und KI-gestützte Analysedienste an. Das Cockpit setzt auf drei Ebenen an:
- Akute Einsatzlagen: Ein KI-gestütztes Lagebild und ein Empfehlungssystem helfen der Einsatzleitung, auch unter Zeitdruck schnell zu entscheiden.
- Einsatz- und Alarmplanung: Mit Was-wäre-wenn-Szenarien lassen sich Entwicklungen vorausdenken und Pläne gezielt verbessern.
- Strategische Resilienz: Kommunen nutzen das System für ihre langfristige Planung und stärken so ihre Widerstandsfähigkeit.
RegioGuard-PRO baut auf den Vorgängerprojekten AKRIMA (KI-gestütztes Krisenmonitoring für Logistik)und HERAKLION (Datenraum für kommunale Resilienzanalyse) auf und bringt deren Ergebnisse in die Praxis. Dazu entstehen Demonstrationszentren in Trier, Wildau und Mainz.
Unsere Rolle im Projekt
Als Hilfsorganisation im Rettungsdienst und Katastrophenschutz wissen wir, wie Entscheidungen im Einsatz getroffen werden und welche Informationen dafür wirklich gebraucht werden. Diese Sicht bringen wir in RegioGuard-PRO ein:
- Lagebild aus Sicht der Einsatzleitung
Wir wirken an der Entwicklung der digitalen Lagedarstellung mit und stimmen sie mit Leitstellen und Stäben ab. - Einsatzrealität als Anforderungen
Wir entwickeln Use Cases aus Perspektive der Einsatzkräfte und leiten daraus ab, was das Cockpit im Betrieb leisten muss. Wir erarbeiten Gefährdungsanalysen und beschreiben, an welchen Stellen einer Lage Handlungsbedarf entsteht. Dieses Wissen fließt in den Wissensgraphen ein, der im Projekt aufgebaut wird.
Demonstrationszentrum und Übung
Zum Praxistransfer und -einsatz richten wir und weitere Anwender Demonstrationszentren ein, in denen das Cockpit mittels Workshops und Übungen validiert und den Zielgruppen anwendergerecht und praxisnah erlebbar gemacht wird.
Laufzeit: 03/2026 bis 02/2028 · Status: laufend · Förderkennzeichen: 13N17757
Partner: fuseki GmbH, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Technische Hochschule Wildau, Fraunhofer EMI, Universität Freiburg, Stadtverwaltung Trier, Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Rheinland-Pfalz
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert RegioGuard-PRO im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“.

